Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat nach dem in den letzten Tagen erfolgten Austausch mit der UEFA beschlossen, zusätzlich zu den bereits am 1. Juli 2026 kommunizierten Regeländerungen eine weitere Anpassung vorzunehmen. Er übernimmt analog UEFA eine vom International Football Association Board als «Option für Wettbewerbe» vorgeschlagene Änderung fix im VAR-Protokoll.
Wie die UEFA macht auch der SFV für seine Wettbewerbe, in denen der Video Assistant Referee (VAR) zum Einsatz kommt, von der Option der Protokolländerung Gebrauch. Gemäss dieser können zu Unrecht zugesprochene Eckbälle vom VAR überprüft werden, sofern der Entscheid sofort und ohne Verzögerung der Spielfortsetzung geändert werden kann. Gemäss Protokoll ist es indes nicht möglich, einen fälschlicherweise zugesprochenen Abstoss nachträglich als Corner zu werten.
Weiter hat die UEFA ausgeführt, dass die Regelung zur «Mistaken Identity» (Spielerverwechslung) in den europäischen Wettbewerben und damit auch in der Schweiz so anzuwenden ist, dass eine VAR-Intervention nur dann erfolgt, wenn der Schiedsrichter dem falschen Spieler eine gelbe oder rote Karte gibt. Die Korrektheit des Vergehens selbst kann nicht überprüft werden. Mit anderen Worten ist die Möglichkeit einer VAR-Intervention auf die Identität des Spielers limitiert, wobei die Korrektheit des Vergehens selbst nicht überprüfbar ist. Damit sind Entscheide, wie jene bei den WM-Spielen USA - Paraguay oder Schweiz - Argentinien in UEFA-Wettbewerben sowie den europäischen Ligen (inkl. SFL) ausgeschlossen.
Mit der Übernahme der erwähnten Regelungen ist die Durchgängigkeit der nationalen Weisungen mit den Vorgaben in den UEFA-Wettbewerben gewährleistet, was bedeutet, dass weitere Regeloptionen (Bedecken des Mundes in der Kommunikation mit Gegenspielern und Verlassen des Spielfelds aus Protest gegen einen Schiedsrichter-Entscheid) nicht übernommen werden. Die Vereine der Swiss Football League sind zu den Regeländerungen auf die neue Saison hin von leitenden Funktionären des Ressorts Spitzenschiedsrichter oder von aktiven SFL-Referees instruiert worden.
Mehr Transparenz bei VAR-Entscheiden
Neu werden die Zuschauenden bei VAR-Interventionen direkt im Stadion besser informiert. Je nach technischer Infrastruktur werden auf den Stadionbildschirmen die gleichen Bilder gezeigt, welche sich auch der Schiedsrichter bei einem On-Field-Review ansieht.
Zusätzlich erklären neue Grafiken, welche Spielsituation überprüft wird und wie der endgültige Entscheid lautet. So können Fans den gesamten Entscheidungsprozess künftig besser nachvollziehen.
Die Matchuhr läuft weiter
Auch bei der Spielzeit gibt es eine Neuerung: Nach Ablauf der regulären 45 beziehungsweise 90 Minuten läuft die Matchuhr auf den Stadionbildschirmen weiter. Gleichzeitig wird – sofern technisch möglich – auch die angezeigte Nachspielzeit eingeblendet. Dadurch erhalten Fans jederzeit einen besseren Überblick über die verbleibende Spielzeit.
Keine «Hydration Breaks»
Die an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 eingesetzten «Hydration Breaks» werden in den Wettbewerben der Swiss Football League nicht generell eingeführt. Wie bisher liegt es im Ermessen des Schiedsrichters, bei hohen Temperaturen eine zusätzliche Trinkpause zu verordnen.
Einführung des Multiballsystems
Ab der Saison 2026/27 kommt in der Brack Super League ein neues Multiballsystem zum Einsatz. Rund um das Spielfeld werden Ersatzbälle auf Ballhütchen platziert, damit das Spiel nach einem Ballverlust schneller fortgesetzt werden kann. Die Ballkinder legen die Ersatzbälle bereit, während die Spieler den Ball selbst aufnehmen. Ziel ist es, Spielunterbrechungen zu minimieren und einen flüssigeren Spielverlauf zu ermöglichen.
[sfl]