Die U21 von YB schloss die Saison 2025/26 auf dem starken 6. Rang ab. Trainer Joël Magnin (55) spricht über die vergangenen Monate und wirft einen Blick voraus.
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Joël, die Saison 2025/26 ist Geschichte. Wie fasst Du sie in wenigen Sätzen zusammen? Im Grossen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Es war eine der besten Saisons überhaupt einer U21 von YB. Positiv ist auch, dass wir Spieler qualitativ weitergebracht haben – das steht bei uns an erster Stelle: die Ausbildung und Entwicklung der Talente. Das ist uns in den vergangenen Monaten ziemlich gut gelungen. Obwohl die Rückrunde punktemässig nicht ganz so gut war wie die Vorrunde.
Damit musste aber gerechnet werden, weil im Winter eine Verjüngung des Kaders stattfand. Genau. Es war ein gezielter strategischer Entscheid, mehrere Spieler aus der U19 zu integrieren. Uns war klar, dass wir damit ein gewisses Risiko eingehen, weniger Punkte zu holen. Noch einmal: Priorität hat bei uns die individuelle Förderung. Aber natürlich haben wir auch den Ehrgeiz, als Mannschaft möglichst erfolgreich unterwegs zu sein.
War es ein Ziel, die Saison in der Promotion League als beste der sechs U21-Mannschaften zu beenden? Im Winter war das ein Ziel, ja. Aber wir müssen neidlos anerkennen, dass der FC Basel eine hervorragende Rückrunde gespielt und verdientermassen Rang 4 erreicht hat. Für uns ist das kein Weltuntergang. Erwähnenswert finde ich die Klassierung in der Fairplay-Tabelle der Ersten Liga (neben der Promotion League zählen die drei 1.-Liga-Classic-Gruppen dazu). Wir führen diese Wertung an. Das kann sich höchstens noch ändern, wenn die U21 von Servette in den Aufstiegsspielen zur Promotion League ohne Verwarnung durchkommt.
Welchen Wert hat die Fairplay-Tabelle für Dich? Einen grossen. Es zeigt, dass man guten und erfolgreichen Fussball spielen kann, ohne zu vielen unfairen Mitteln greifen zu müssen.
Die U21 von YB hat sich in der Promotion League etabliert. Was zeichnet die Liga aus? Sie ist gerade für junge Spieler, die den Durchbruch schaffen wollen, ideal. In der Promotion League treffen sie auf viele ehemalige Profis, die nicht mehr den Anspruch haben, eine grosse Karriere zu machen. Ich denke zum Beispiel an Tunahan Cicek vom SC Brühl. Duelle mit ihm sind für unsere jungen Verteidiger sehr lehrreich. Ausserdem müssen sich die Spieler vor allem bei Auswärtspartien manchmal mit Bedingungen zurechtfinden, die nicht so top sind wie bei uns im Wankdorf. Auch das ist ein Teil des Lernprozesses.
Die alte Saison ist vorbei, die neue ist in Planung. Steht das Kader schon bald? Es gibt noch ein paar offene Fragen. Sicher ist, dass wir mit mehreren Spielern, die noch in der U19 mittun könnten, in die Saison gehen werden. Es wird keinen totalen Neustart geben. Entscheidend ist es, die richtige Mischung zu finden.
Wird ein neues Ziel definiert? Es geht wie immer darum, dass wir – neben der individuellen Entwicklung – alles daran setzen, möglichst früh den Ligaerhalt zu sichern. Wir wollen es vermeiden, im Mai noch bangen zu müssen, weil das die Zeit ist, in der viele Spieler in der Schule Prüfungen ablegen müssen und mit Dingen neben dem Fussball belastet sind. Wenn man dann in den Abstiegskampf gerät, könnte das die Aufgabe zusätzlich komplizieren.
Schürt der sechste Platz der vergangenen Saison nicht auch Erwartungen? Nicht unbedingt, weil wir das Potenzial der Mannschaft noch nicht kennen. Erst während der Vorbereitung erhalten wir einen ersten Eindruck von der Leistungsstärke. Es wäre nicht seriös, jetzt ein Klassierungsziel vorzugeben. Als Trainer will ich immer das Optimum, das ist klar. Die Frage ist aber immer auch, wie realistisch ein Ziel überhaupt ist. Grundsätzlich sage ich: Wenn wir wieder einen Platz in der ersten Tabellenhälfte erreichen, ist das ein richtig gutes Ergebnis.
[pb][sst]