Die YB Frauen mussten sich im Hinspiel des Playoff-Finals dem Servette FC Chênois Féminin mit 1:2 geschlagen geben. Vor 7’977 Zuschauenden schoss die Schwedin Therese Simonsson beide Treffer für die Genferinnen. Maja Jelcic verkürzte mit einem Handspenalty.
Imke Wübbenhorst strahlt vor dem Anpfiff des Final-Hinspiels Zuversicht aus. «Die Entwicklung der vergangenen Monate gibt uns Selbstvertrauen», sagt die Trainerin der YB Frauen. «Wir sind parat.» Gegenüber steht der Servette FC Chênois Féminin, ein Team, das sich gegen die Bernerinnen in dieser Saison dreimal durchsetzte – zuletzt Ende März im Cupfinal.
An diesem Pfingstmontag will YB die Negativserie beenden und sich eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am Freitag in Genf (19:00 Uhr) erarbeiten. Die Bühne ist angerichtet: tolles Wetter, tolles Publikum. 7'977 Zuschauende sorgen für eine schöne Stimmung im Wankdorf. Auf einem grossen Transparent steht eine motivierende Botschaft: «Zäme dra gloube – Vamos YB».
Doch dann beginnt der Nachmittag mit einem frühen Rückschlag. Die Schwedin Therese Simonsson, die in der Qualifikation zwölfmal traf und damit die meisten Tore in der Liga erzielte, tritt einen Freistoss aus dem Halbfeld. Der Ball segelt an allen vorbei zum 1:0 für die Westschweizerinnen. Die YB Frauen lassen sich aber nicht aus dem Gleichgewicht bringen, zeigen, dass sie mindestens ebenbürtig sind, und kommen zu guten Chancen. Maja Jelcic verpasst den Ausgleich nur knapp (12.), Malaurie Granges probiert es zweimal aus der Distanz. Der eine Schuss landet auf dem Netzdach (22.), den anderen pariert Goalie Mickaëla Bottega (45.).
«Mit der Leistung können wir einigermassen zufrieden sein. Aber es braucht noch etwas mehr Überzeugung», sagt Kapitänin Laura Frey in der Pause und bringt zum Ausdruck, dass sie an die Wende glaubt: «Die wunderbare Kulisse treibt uns an.»
Imke Wübbenhorst stellt für die zweite Halbzeit um. Wibke Meister ersetzt Andrea Schenk und verteidigt auf der linken Seite. Emilie Bernhardt rückt auf die rechte Abwehrseite, Laura Frey ins Mittelfeld. Frey ist es auch, die gleich offensiv in Erscheinung tritt, mit ihrem Distanzschuss das Tor aber verfehlt (52.).
Bei hohen Temperaturen lehnen sich die Gastgeberinnen gegen die drohende Niederlage auf. Sie gehen weite Wege und scheuen keinen Zweikampf. Allerdings präsentiert sich Servette so, wie es Imke Wübbenhorst vor dem Match angetönt hat: abgezockt. Das zeigt sich nach 69 Minuten, als Simonsson alleine gelassen wird – und das nützt die Genferin eiskalt aus. Sie bezwingt Brunholt mit einem satten Schuss zum 2:0.
Servette versucht mit allen Mitteln, den Vorsprung über die Distanz zu bringen, und spielt dabei immer wieder auf Zeit. Die Bernerinnen machen unbeirrt weiter und machen die Partie noch einmal spannend. Maja Jelcic verwertet in der 90. Minute einen Penalty – der VAR hatte sich nach einem Hands von Simonsson im Servette-Strafraum eingeschaltet.
Danach bleiben zehn Minuten Nachspielzeit, um den Ausgleich zu erzielen. Doch aus dem erhofften 2:2 wird nichts. YB tritt am Freitag mit einer 1:2-Hypothek zum Rückspiel an. «Das frühe Gegentor war bitter», sagt Giulia Schlup, schaut aber mit Optimismus voraus: «Wir wissen: Wir sind nahe dran.» Das gibt auch das Berner Publikum zu verstehen: Es verabschiedet das Team mit grossem Applaus.
YB Frauen - Servette FC Chênois Féminin 1:2 (0:1) Wankdorf. - SR Laura Maurizio. - 7'977 Zuschauende. Tore: 5. Simonsson 0:1. 69. Simonsson 0:2. 90. Jelcic (Handspenalty) 1:2. YB: Brunholt - Frey (70. Ess), Jimenez, Schlup, Bernhardt - Kuehn, Münger, Schenk (46. Meister) - Josten (70. Dysli), Jelcic, Granges. Servette: Bottega - Simon, Muratovic, Felber (71. Salomon), Jelencic - Misini, Nakkach (63. Librán) - Simonsson, Serrano (86. Tufo), Marchão (66. Bourma) - Sobal (86. Nein). Bemerkungen: YB ohne Waeber, Bachmann, Chalatsogianni, Kohler, Rautiainen, Ragusa und Varenne (verletzt).
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