Im 50. Cupfinal verloren die YB Frauen auf der Winterthurer Schützenwiese gegen Servette FC Chênois Féminin 0:1. Der entscheidende Treffer fiel kurz nach der Pause. Die Bernerinnen verpassten es, sich für eine gute Leistung zu belohnen.
Nach 96 Minuten ist Schluss – und die Enttäuschung riesig. Die YB Frauen haben den favorisierten Servette FC Chênois Féminin bis zur letzten Sekunde gefordert, aber gereicht hat es nicht, um die Niederlage abzuwenden. Die Bernerinnen verlieren den 50. Cupfinal 0:1. Was ihnen bleibt, ist der Applaus ihres Publikums. Die Mehrheit der Fans im Stadion Schützenwiese von Winterthur hat Gelbschwarz unterstützt und mit Gelbschwarz gelitten. Unter dem Strich bleibt zwar die Gewissheit, eine sehr gute Vorstellung abgeliefert zu haben. Aber der begehrte Pokal geht trotzdem in die Westschweiz.
«Ich bin stolz auf meine Spielerinnen», sagt Trainerin Imke Wübbenhorst. «Wir haben eine sehr gute Partie gezeigt und verlieren nach einem doofen Gegentor.»
Angefangen hat der Sonntagnachmittag mit viel Zuversicht. «Wir sind bis in die Haarspitzen motiviert», versichert Wübbenhorst kurz vor dem Anpfiff und wünscht sich eine mutige Herangehensweise: «Dann können wir Servette schlagen.»
Ihre Equipe startet und weiss sich auf der Winterthurer Schützenwiese zu wehren, gefällt mit Entschlossenheit in den Duellen und gesteht den Gegnerinnen kaum etwas zu. Dabei handelt es sich bei ihnen um jenes Team, das in dieser Saison noch keine Niederlage erlitten und in der Meisterschaft erst vier Tore zugelassen hat.
Die hervorragend eingestellten Bernerinnen treten couragiert auf und erarbeiten sich in der Endphase der ersten Halbzeit zwei gute Möglichkeiten. Zuerst ist es die auffällige Lisa Josten, die Goalie Enith Salon Marcuello zu einer Parade zwingt (36.). Zwei Minuten später kommt Malaurie Granges zu einem Kopfball.
Insgesamt verdient sich YB sehr gute Noten. Kapitänin Laura Frey sagt im Pauseninterview: «Wir haben bis jetzt erreicht, was wir wollten, und wissen, dass etwas drin ist.» Und: «Wir haben uns ein gutes Gefühl erarbeitet. Das wollen wir beibehalten.»
Doch dann fällt – quasi aus dem Nichts – das 1:0 für die Genferinnen. Fünf Minuten sind in der zweiten Halbzeit gespielt, als Daïna Bourma mit einem Freistoss die Vorarbeit leistet. Paula Serrano ist mit Kopf und Schulter für den Führungstreffer besorgt.
Vor 7’587 Zuschauenden benötigt YB einen Moment, um sich vom Rückstand zu erholen, und hat in einer Aktion Glück. Anna Maria Therese Simonsson, die in der Meisterschaft schon zwölfmal erfolgreich war und damit die Torschützinnenliste anführt, trifft nach 64 Minuten den Aussenpfosten.
Danach wird Gelbschwarz wieder stärker und stemmt sich mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage. Nach 74 Minuten gelingt beinahe der Ausgleich – nach einem Corner von Josten prallt der Ball aber an die Latte.
YB stemmt sich mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage und hofft, in der sechsminütigen Nachspielzeit die Verlängerung zu erzwingen. Daraus wird es aber nichts. Servette FC Chênois jubelt am Ende und holt wie 2023 sowie 2024 den Cup. «Wir sind extrem enttäuscht», sagt Noa Linn Münger. «Die erste Halbzeit gehörte klar uns. Nach der Pause agierten wir hektisch und kassierten ein ärgerliches Tor.»
Imke Wübbenhorst findet: «Wir haben den Matchplan hervorragend umgesetzt und hätten es verdient, mit dem Pokal heimzufahren.»
YB - Servette 0:1 (0:0) Schützenwiese, Winterthur. – 7'587 Zuschauer. – SR Anex. – Tor: 51. Serrano 0:1. YB: Brunholt - Frey, Jimenez, Schlup, Bernhardt - Chalatsogianni (70. Dysli), Münger, Kuehn - Josten (85. Ess), Jelcic, Granges. Servette: Salon - Tufo (65. Simon), Muratovic, Gimenez (80. Jelencic), Bourma - Nakkach - Simonsson, Libran, Serrano (80. Misini), Martinez (89. Marchao) - Sobal (65. Marinelli). Verwarnungen: 33. Serrano. 49. Chalatsogianni. Bemerkungen: YB ohne Meister, Waeber, Bachmann, Kohler und Varenne (verletzt). 64. Schuss von Simonsson an den Aussenpfosten. 74. Corner von Josten an die Latte.
[pb][sl]