In der Nachspielzeit sichert sich YB einen 3:2-Auswärtssieg gegen den FC Luzern. Christian Fassnacht und Bahereba Guirassy bringen die Berner in Führung, die Einheimischen gleichen aber jeweils aus. Auf den 15. Meisterschaftstreffer von Samuel Essende finden sie jedoch keine Antwort mehr.
***
YB muss in Luzern noch einmal ohne Edimilson Fernandes auskommen. Seinen Posten übernimmt Sandro Lauper. Christian Fassnacht anstelle von Kaly Sène ist die zweite Änderung, die Gerry Seoane im Vergleich zur Partie gegen den FC Zürich vornimmt. Der Trainer erwartet eine Reaktion auf die erste Saisonniederlage und betont: «Wir wollen dominant auftreten.»
Seine Mannschaft stellt er auf einen zähen Gegner ein – und die Luzerner bestätigen in den ersten Minuten, dass sie hartnäckig Widerstand leisten können. YB-Goalie Marvin Keller muss in den ersten 20 Minuten zweimal ernsthaft eingreifen. Er verhindert gegen Daniel Mikolajewski und Ruben Fernandes das 0:1.
Das Tor fällt kurz danach auf der anderen Seite. Luzerns Torhüter Karlo Letica hält den Ball lange in den Händen – zu lange. Er übersieht den Countdown von Schiedsrichter Luca Cibelli, der die neue Regel anwendet und YB einen Eckball zuspricht. Samuel Essendes Kopfball wird nach dem Corner von Alvyn Sanches geblockt, aber Christian Fassnacht reagiert am schnellsten und bringt die Berner in Führung (22.).
Doch die Luzerner kommen noch vor der Pause zum Ausgleich. Nach einem Duell zwischen Moritz Jenz und Daniel Mikolajewski im YB-Strafraum schaltet sich der VAR ein. Cibelli entscheidet nach Konsultation der Fernsehbilder auf Foul des Berner Innenverteidigers. Matteo Di Giusto verwertet den Penalty zum 1:1.
Die Einheimischen starten zwar schwungvoll in die zweite Halbzeit, aber YB präsentiert sich effizient und geht zum zweiten Mal in Führung. Verteidiger Isaac Schmidt übernimmt im Luzerner Strafraum die Rolle des Vorbereiters, Bahereba Guirassy schliesst erfolgreich ab. Sein Schuss wird von Ruben Fernandes noch abgefälscht (64.).
YB bietet sich die grosse Möglichkeit, den Vorsprung auszubauen und für eine mögliche Entscheidung zu sorgen. Essende taucht nach einem Zuspiel von Sanches alleine vor Letica auf, kann den Konter aber nicht mit dem 3:1 abschliessen. Er scheitert am Luzerner Goalie (81.). Praktisch im Gegenzug gleicht der FCL aus. Levin Winkler drückt ab, Stefan Bukinac lenkt ab – es steht 2:2 (82.).
Doch das ist noch lange nicht das Ende dieser aufwühlenden Begegnung. In der 91. Minute schickt Gerry Seoane zwei frische Kräfte auf den Rasen: Dominik Pech ersetzt Armin Gigovic, Kaly Sène kommt für Alvyn Sanches. Wenige Sekunden später rückt Sène ins Zentrum des Geschehens. Seine hohe Flanke landet bei Alan Virginius, der in der 77. Minute für Guirassy eingewechselt wurde. Virginius legt mit dem Kopf auf – den Rest erledigt Samuel Essende. Er trifft zum 3:2 und damit bereits zum 15. Mal in dieser Meisterschaft.
Vor 12’771 Zuschauenden wirft Luzern noch einmal alles nach vorne, und in der 94. Minute liegt der Ball tatsächlich im YB-Tor. 3:3 also durch Levin Winkler? Nein. Der Schiedsrichterassistent hat ein Luzerner Abseits angezeigt, das vom VAR bestätigt wird. Damit bleibt es beim hart erkämpften 3:2-Sieg von YB in Luzern.
«Es war eine anstrengende Partie», bilanziert Moritz Jenz. «Luzern agierte sehr physisch. Wir mussten dagegenhalten und zeigten grossen Kampfgeist.» Christian Fassnacht fügt an: «Spiele in Luzern versprechen immer viel Spektakel und Emotionen. Es war sehr turbulent. Am Schluss war es zwar sehr knapp, aber ich habe doch den Eindruck, dass wir etwas mehr dafür getan haben.» Und schliesslich das Fazit von Gerry Seoane: «Es war ein Hin und Her, auch leistungsmässig. Wir hatten gute Phasen, dann wieder Phasen mit Schwierigkeiten. Wir haben die spielerische Linie etwas vermissen lassen. Am Ende aber können wir mit dem Resultat sehr zufrieden sein. Die Mannschaft hat eine sehr gute Mentalität gezeigt, das ist lobenswert.»
Weiter geht es für YB in zwei Wochen. Am Samstag, 21. November, empfängt Gelbschwarz den FC Thun im Wankdorf (18 Uhr). Während der länderspielbedingten Meisterschaftspause trägt YB ein Testspiel gegen Challenge-League-Leader Stade Lausanne-Ouchy aus (12. November, 14.30 Uhr, Wankdorf).
[pb][sst]
Spielort: Thermoplan Arena
Zuschauende: 12'771
Spielleitung: Luca Cibelli
Tore:
22. Fassnacht 0:1. 38. Di Giusto (Foulpenalty) 1:1. 64. Guirassy (Schmidt) 1:2. 82. Winkler 2:2. 92. Essende (Virginius) 2:3.
Auswechslungen:
7. Owusu für Zimmermann. 77. Bukinac für Schmidt. 77. Virginius für Guirassy. 79. Oehlers für Ciganiks. 79. Villiger für Mikolajewski. 91. B.H. Freimann für Kabwit. 91. Pech für Gigovic. 91. Sène für Sanches. 96. Wüthrich für Fassnacht.
Ersatz:
YB: Mall,, Janko, Conte, Etoski. Luzern: Simoni, Grbic, Ferreira, Toggenburger, Xhemalija.
Bemerkungen:
YB ohne E. Fernandes (gesperrt), Andrews, Benito, Kabeya (verletzt/rekonvaleszent) und Marzino (nicht im Aufgebot). Luzern ohne Bertone, Bieler, Bongeli und Wyss (verletzt). 94. Tor von Winkler wegen Abseits aberkannt.
Verwarnungen:
56. Schmidt (Foul). 78. Mall (Ersatzspieler; Unsportlichkeit). 79. Jenz (Foul). 85. Dorn (Foul). 89. Lüthi (Foul). 90. Kabwit (Foul).