RESULTATE
Fanionteams  
Thun - YB 4:1
YB Frauen - Yverdon * 2:1
   
Youth Base  
U21 - Prishtina * 5:1
Thun - U19 * 0:6
U17 - Lerchenfeld * 1:2
Winterthur - U16 (C) 3:1
U15 - Zugerland * 7:1
   
Nachwuchs Frauen  
Thun - FU20 0:0
FU18 - Untere Emme * 0:6
FU17 - Basel * 2:4
FU16 - GC * 2:2
Spiez - FU14 * 14:3
   
* = Testspiel / (C) = Cupspiel
26.01.26
Christoph Spycher im Interview
«Es lässt sich nicht alles auf Knopfdruck ändern»

Christoph Spycher, Chief Sports bei YB, hat gegenüber der Agentur Keystone-SDA über aktuelle Herausforderungen gesprochen, die aktuelle Transferphase und darüber, was Trainer Gerry Seoane auszeichnet. Hier ein paar Auszüge zu Stichworten.

Gegenwart

«Die Geschichte der Titeljahre ist vorbei. Wir müssen uns alles wieder hart erarbeiten und sind nicht dort, wo wir sein möchten. Unsere Ansprüche und Ambitionen sind sehr hoch. Aber man muss relativieren. Vergangene Saison hatten wir uns für die Champions League qualifiziert. In dieser Saison sind wir in der Ligaphase der Europa League und haben am letzten Spieltag am Donnerstag in Stuttgart die Chance, uns für die K.-o.-Phase zu qualifizieren. Die Spieler müssen an der Aufgabe wachsen, Widerstände zu überwinden. Dazu braucht es Resilienz.

Emotionen

Nach Niederlagen bin natürlich auch ich extrem enttäuscht und habe eine schlechte Nacht mit viel Kopfkino. Aber man darf sich nicht von Emotionen leiten lassen, sondern muss es schaffen, Emotionalität herauszunehmen, um sachlich analysieren zu können. Ich halte mich an den Grundsatz, die Energie dort zu investieren, wo sich von unserer Seite etwas beeinflussen lässt. Und wir müssen akzeptieren, dass sich nicht alles auf Knopfdruck ändern lässt.

Kritik

Wenn es nicht erwartungsgemäss läuft, stehe ich zwangsläufig öfters in der Kritik. Aber in den erfolgreichen Phasen dachte ich auch nie, ich hätte Unglaubliches geschafft. Erfolge sind stets Teamarbeit. Aber heute ist es so: Erfolg und Misserfolg werden personalisiert. Man schaut auf die Leute, die in der ersten Reihe stehen. Damit kann ich umgehen. In keinem Job scheint nur die Sonne. Zwischendurch regnet es.

Transfers

Es müssen immer viele Faktoren stimmen, damit ein Transfer funktioniert. Sicher waren Personalentscheide dabei, die uns in der Vergangenheit nicht geglückt sind. Aber es ist unmöglich, dass jeder richtig ist. Ausserdem ist der Fussball dynamischer und komplexer geworden. Spieler bleiben weniger lange im gleichen Verein, die neue Generation ist fast immer auf dem Sprung und zeigt weniger Geduld. Heute ist es schwieriger, einen Spieler zu überzeugen, doch noch ein Jahr zu bleiben. Wenn ein Spieler ein gewisses Leistungsniveau erreicht hat, ist er weg, weil grössere Vereine sein Potenzial erkannt haben. Dadurch wird die Fluktuation grösser, und es ist schwieriger, in einer Mannschaft eine klare Hierarchie aufzubauen.

Gerry Seoane

Gerry ist ein Mensch, der Herausforderungen liebt. Wir nehmen sie gemeinsam mit ihm an. Die Situation bei YB ist nicht mehr die gleiche wie vor vier Jahren. Aber er hat Energie und arbeitet extrem gern für YB. Wir gehen diesen Weg mit voller Überzeugung. Wir wissen, wie gut er als Trainer ist und wie akribisch er arbeitet. Wir bringen Geduld auf. Er ist die richtige Besetzung für den Posten. Wir werden personelle Anpassungen vornehmen, aber nicht auf der Trainerposition. Wobei ich festhalte: Wir wollen nicht in jeder Transferperiode die halbe Mannschaft auswechseln. Wir sind hinter den Kulissen mit Hochdruck daran, Zuzüge anzustreben; wenn sich die Möglichkeit ergibt, Qualität, Energie und neue Dynamik zu gewinnen, handeln wir. Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Tagen und Wochen Bewegungen geben wird.

Leaderfiguren

Als wir 2018 das erste Mal nach 32 Jahren wieder Meister wurden, war die Hierarchie der Mannschaft klar: Steve von Bergen, Sékou Sanogo und Guillaume Hoarau bildeten die Achse und trugen das Team. Und Miralem Sulejmani war ein spielerischer Leader mit dem wohl besten linken Fuss, der je in der Schweiz gespielt hat. Doch in der Kabine wurde Sulejmani nicht laut. Die Zeiten haben sich geändert. Nehmen wir den FC Barcelona als Beispiel. Früher gab es Puyol, Xavi oder Iniesta. Heute hat der Klub fantastische Fussballer wie Lamine Yamal oder Pedri, aber das sind keine klassischen Leaderfiguren. Die gibt es heute kaum noch.

Christoph Spycher über Trainer Gerry Seoane: «Wir gehen diesen Weg mit voller Überzeugung und wissen, wie gut er als Trainer ist.» (Foto: freshfocus)

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