Ruedi Straub ist mit dem BSC Young Boys zwar nie Schweizermeister geworden, er gehörte einst aber zum erweiterten Kader der ersten Mannschaft des legendären Albert Sing und er war nach seiner Zeit bei Vevey (NLB) sowohl bei den YB-Reserven als später auch bei den Senioren ein verlässlicher Stammspieler in der Offensive. Er blieb unserem Klub bis ins hohe Alter treu verbunden und er hat in Bern und im Wankdorfstadion ganz besondere Spuren hinterlassen.
Denn Ruedi Straub war nicht einfach ein ehemaliger YB-Fussballer. In seiner humorvollen Art hat er sich auch als Buchautor einen Namen gemacht. Sein berndeutsches Werk «Oeppe so isch's gsi» ist ein wertvolles Zeugnis über Bern und den Berner Sport der Nachkriegsjahre. Straub schildert in seinem Buch etwa die Erlebnisse bei einer (damals höchst aussergewöhnlichen) Reise der YB-Junioren nach England oder seine Zeiten als «Schütteler» im Wankdorf. Dazu eine Passage über den vierfachen Titelgewinn in den Jahren 1957-60:
«YB isch under syr Fuchtle (gemeint ist Trainer Sing) viermal hinderenand Schwyzermeister worde, was no ke Verein vor- u nachhär zstand bbracht het. Drei Gründ sy us mir Sicht usschlaggäbend gsi für dä Erfolg: Erstschens het der Sing als Erschte ds WM-Syschtem ygfüehrt, wo die andere Mannschafte kes Gägemittel gfunde hei. Zwöitens isch YB kondizionell de angere Mannschafte dank unmönschlechem Drill (nach damalige Begriffe – u we me bedänkt, dass fasch alli e Volljob usgüebt hei) huushöch überläge gsi. Drittens het der Sing di fulen Eier u Stare abserviert, was em Kollektiv nume guet ta het.»
Nun ist Ruedi Straub ist im hohen Alter von 90 Jahren gestorben.
[cb][sst]