Stürmerin Maja Jelcic schoss das Tor der YB Frauen beim 1:0-Sieg vor einer Woche in Rapperswil-Jona. Vor dem Rückspiel (Samstag, 17:00 Uhr) spricht die 21-Jährige aus Bosnien-Herzegowina über Ziele, Träume und die Besonderheit des Teams.
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Maja, blicken wir nochmals kurz auf das Viertelfinal-Hinspiel gegen Rapperswil-Jona zurück. Wie ordnest Du die Leistung von YB beim 1:0-Sieg ein? Die Aufgabe gestaltete sich nicht einfach. Wir haben einiges richtig gemacht, aber es gibt Punkte, die wir verbessern müssen. Ich würde sagen: Wir haben nicht unseren besten Tag erwischt und trotzdem gewonnen.
In welchem Bereich erwartest Du im Rückspiel eine Steigerung? Wir müssen zeigen, dass wir besser Fussball spielen können. Und wir müssen vor dem gegnerischen Tor effizienter agieren. Ich bin überzeugt, dass uns das am Samstag gelingen wird.
Die Saison soll ja noch lange dauern… …ganz bestimmt! Wir wollen um den Titel kämpfen. Die Qualität dafür ist vorhanden. Doch uns allen ist bewusst, dass die anderen Teams dasselbe anstreben. Im Playoff-Modus können vermeintlich schwächere Equipen über sich hinauswachsen und eine Überraschung schaffen.
Was zeichnet die YB Frauen aus? Der Zusammenhalt. Wir sind eine echte Einheit. Die Trainerin, der Staff, die Spielerinnen – wir sind so eng beisammen. Ich fühle mich enorm wohl und gut aufgehoben. Es tut gut zu wissen, dass eine so grosse Hilfsbereitschaft herrscht, sowohl auf als auch neben dem Rasen. Bei YB kennen wir keinen Egoismus. Als Stürmerin schiesse ich natürlich gerne Tore. Aber wenn ich sehe, dass eine Kollegin besser postiert ist, verzichte ich auf einen Alleingang. Das Wohl des Teams steht über allem.
Wie lebt es sich für Dich in Bern? Ruhig, sehr ruhig. Sehr sicher. Und es ist ziemlich teuer (schmunzelt).
Du bist von Inter Mailand bis im Sommer ausgeliehen. Wie sieht Deine Zukunft aus? Das ist Gegenstand von Gesprächen. Wir sind mittendrin. Aber eigentlich möchte ich mich mit dieser Frage vorderhand nicht auseinandersetzen. Wichtig ist für mich einzig, dass wir die Saison erfolgreich zu Ende bringen. Und erfolgreich heisst: mit der Titelverteidigung.
Inwiefern hast Du Dich bei YB als Spielerin in den vergangenen Monaten verbessert? Was das Taktische angeht, habe ich in Italien viel profitiert. Bei YB habe ich mir eine gewisse Aggressivität angeeignet. Von Imke Wübbenhorst kann ich sehr viel lernen. Sie ist einfach eine gute Trainerin.
Und wer ist Dein Idol? Zlatan Ibrahimovic – ich bin auch ein bisschen verrückt. Doch ich bin nicht so egoistisch (lacht).
Du bist noch keine 22 und hast die Karriere noch vor Dir. Wohin soll Deine Reise einmal führen? Darüber mache ich mir keine grossen Gedanken. Ich lebe im Hier und Jetzt. Das heisst: Ich bin bei YB und setze alles daran, um mit diesem Klub erfolgreich zu sein. Ich kann viele Pläne machen, aber oft scheitert die Umsetzung an Dingen, die man nicht beeinflussen kann.
Aber Träume hast Du vermutlich schon? Ich würde gerne einmal in einer europäischen Topliga, zum Beispiel in England, spielen.
Informationen zum Spiel YB Frauen - Rapperswil vom Samstag, 2. Mai 2026, 17:00 Uhr, im Stadion Wankdorf
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