11.08.15 Frauen NLA
In einer animierten Partie vergeben die YB-Frauen die grosse Chance auf einen optimalen Start gegen den Favoriten vom Rheinknie. Die Berner Tore zum 2:2 erzielten Céline Imhof und Carola Fasel.

Beide Teams drückten von Beginn weg aufs Gaspedal. Der FCB versuchte sein altbekanntes Pressing aufzuziehen, dem die Bernerinnen mit schnellem Vertikalspiel entgegenwirken wollten. So wog das Spiel hin und her, vorerst wusste aber vorallem das Heimteam sich die gebotenen Räume auszunützen. Bereits nach fünf Minuten kam Imhof zu einer vielversprechenden Abschlussmöglichkeit, wurde aber im letzten Moment von einer Baslerin geblockt. Nur vier Minuten später entwischte Ismaili der Gästedefensive, aber auch sie brachte den Ball nicht im Tor unter. Die Startphase gehörte ganz klar dem Heimteam, aber als Imhof auch ihre zweite Möglichkeit verpasste, kam es so, wie es dann eben immer wieder passiert. Nach einem Eckball wähnten viele der zahlreichen Zuschauer den Ball eigentlich schon im Tor, auf (oder vielleicht hinter der Linie) reagierte Calligaris aber mit einem Reflex und wehrte den Ball ab. Als der Linienrichter die Fahne hob, deuteten viele sein Zeichen als die Bestätigung der Vermutung, dass der Ball bereits hinter der Linie gewesen sei, er informierte seinen Chef aber dann, dass er ein Handspiel gesehen habe, worauf dieser dem FC Basel folgerichtig einen Penalty zusprach, Calligaris dafür aber nicht einmal verwarnte. Oerli parierte zwar den Elfmeter von Stein, nach einem kurzen Wirrwarr fand der Ball den Weg ins Berner Tor dann doch noch. Die Reaktion der jungen Berner Mannschaft sollte aber nicht ausbleiben. Sie wollten sofort Wiedergutmachung und nahmen die Duelle gegen die teils übermotivierten Gegnerinnen an und wehrten sich. Bereits sieben Minuten nach dem Basler Führungstor wurde Imhof wunderbar frei gespielt, kontrollierte den Ball kurz um ihn dann direkt über Thalmann hinweg ins Netz zu donnern. Die Partie wurde nun  immer wie intensiver und so verwunderte es nicht, dass die Emotionen überkochten. Nach einem Duell zwischen Schmid und Aigbogun verlor die Baslerin die Nerven und legte ihre Gegnerin in Schwingermanier auf den Rücken. Platzverweis für Aigbogun, Gelb für eine angebliche Provokation der Bernerin waren die Folge. In Unterzahl zogen sich die Gäste nun zurück, YB fand aber trotzdem immer wieder Lücken in deren Defensivverbund, vor der Pause wollte ihnen aber kein Tor mehr gelingen. Im Gegenteil: mit ihrem Distanzschuss an die Latte war es die Basel-Stürmerin Thomas, die einem Tor am nächsten kam.

Nach der Pause machte YB aber dort weiter, wo sie vor dem Pausentee aufgehört hatten, sie liessen Ball und Gegner gut laufen und wurden nach einem Eckball in der 51. Minute belohnt: Fasel köpfte den Ball wunderbar gegen die Laufrichtung von Thalmann zur Führung für die YB-Frauen ein. Auch jetzt liess der Druck der Gelbschwarzen nicht nach, sie erspielten sich  weitere Chancen - zwei Mal Ismaili und Stöckli verpassten aber die Vorentscheidung. Und so liess man es zu, dass Basel ähnlich wie in der ersten Hälfte aus dem Nichts zu einem Tor kam: Bangerter, gerade erst eingewechselt, wurde an der Strafraumgrenze von Szarvas ideal angespielt, kontrollierte den Ball kurz mit der Brust und plazierte den Ball mit einer Direktabnahme genau in die Ecke zum Ausgleich. Zeigten sich die Bernerinnen vorher noch sehr überzeugt und siegeswillig, so hatten sie nun plötzlich Angst vor der Niederlage und traten dementsprechend passiv und ängstlich auf. Folgedessen kam der FC Basel immer besser ins Spiel und mit seiner individuellen Klasse in der Offensive auch immer wieder zu Torchancen. Hätte der Schiedsrichterassistent kurz vor Schluss das Abseits nicht angezeigt, wäre für die Bernerinnen sogar der Worst Case eingetreten und man hätte ein Spiel, das man eigentlich gewinnen muss, sogar noch verloren.


YB - Basel 2:2 (1:1)
Tore: 20. Huber 0:1, 27. Imhof 1:1, 51. Fasel 2:1, 67. Bangerter 2:2.

BSC YB: Oehrli; Ribeaud, Fasel, Schmid, Abbühl; Erne, Probst, Calligaris (88. Calò), Ismaili; Imhof (87. Heule), Stöckli (80. Widmer).

FC Basel 1893: Thalmann, Sylvestre, Stein, Huber, Liebhart (85. Seljimi); Aigbogun, Rolser, Szarvas, Mühlebach; Thomas (67. Bangerter), Herzog (90. Glaser).

Bemerkungen: YB ohne Wälti (abwesend), Scherrer (rekonvaleszent), Avdyli (im Aufbautraining), Ziswiler und Mayland (beide U19). Corminboeuf, Gillmann und Schenkel nicht eingesetzt. Basel ohne Hoti, Stadelmann, Schepis, Ackermann (alle U19). Autino und Scheidegger nicht eingesetzt. 20. Oehrli hält Penalty von Stein. 36. Platzverweis Aigbogun (Tätlichkeit). 45. Lattenschuss Thomas.





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