Kids Club Interview

Interview mit Sandro Lauper

Er spielt seit Sommer 2018 in der 1. Mannschaft von YB, spielt Pässe wie “mit der Schnur gezogen“ und hat bereits in der Championsleague gespielt. So schnell kann es im Fussball gehen.


Seit der U12 spielst du bei YB. Wie war das bei dir mit den Aufgaben und der Schule?
Ich habe als Kind ehrlich gesagt nur das Nötigste gemacht für die Schule. Bei den Proben habe ich lieber fünf Minuten vorher mit den Kollegen geschaut, als mich zu Hause zwei Stunden vorzubereiten. Es war wohl etwas schwierig mit mir, vor allem für meine Mutter. Aber es war immer klar: Zuerst kommt die Schule, dann der Fussball. Das finde ich auch richtig so.

Und was kam nach der Schule?
Da kam nochmals Schule. Ich habe vor einem Jahr die Matura gemacht. Da habe ich natürlich schon mehr für die Schule gearbeitet und gelernt, Eigenverantwortung zu übernehmen. Im Fussball kann ja schnell etwas schief gehen, zum Beispiel wegen einer Verletzung. Ich will nicht plötzlich mit leeren Händen dastehen.

Vor einem Jahr die Schule abgeschlossen, seit dem Sommer bei YB, dann in der Championsleague – ein grosser Sprung!
Tatsächlich! Als ich die Championsleague-Hymne im Stadion zum ersten Mal live auf dem Platz hörte, bekam ich schon Hühnerhaut. Ich war auch etwas nervöser als vor einem normalen Spiel: gegen die besten der Welt zu spielen, das war bisher nur ein Traum.

Du spielst oft sehr präzise Pässe, wie „mit der Schnur gezogen“, heisst es. Woher kommt das?
Diese Bezeichnung habe nicht ich erfunden… (lächelt). Ich war schon als Junior technisch nicht der schlechteste, das hilft bei den Pässen. Bei der Kraft hingegen war ich nie ganz vorne dabei. Doch es kann ja nicht jeder überall stark sein, vielleicht sollte man auch nicht primär Schwächen zu beseitigen versuchen, sondern seine Stärken weiter entwickeln.

Gab es in deiner Fussball-Laufbahn je Momente, wo du gedacht hast: jetzt höre ich auf?
Es gab einen Moment, da ist für mich die Welt fast zusammen gebrochen, nämlich als es bei YB in der U21 hiess, es reiche nun nicht mehr für weitere Schritte. Da habe ich mich gefragt, ob ich bisher das Richtige gemacht habe. Zum Glück haben meine Familie und Freunde mich darin bestärkt, einen anderen Weg zu suchen. So kam ich in die U21 und danach in die 1. Mannschaft des FC Thun.

Thun also ein Abstecher auf dem Weg zurück zu YB?
Heute könnte man das vielleicht so sehen. Doch die Zeit beim FC Thun war gut und wichtig für mich, so konnte ich in den Profi-Fussball einsteigen. Ich habe jeden Tag noch Kontakt mit früheren Team-Kollegen. Der FC Thun und Sportchef Andreas Gerber machen ihre Sache sehr gut, das zeigt auch ein Blick auf die aktuelle Tabellenlage. Ich bin ja auch nicht der erste, der über den FC Thun zu YB gelangt ist.

Interview: Jens Lundsgaard-Hansen